Workshops

Workshop 1 Aug in Aug mit den Erregern

Die Beurteilung eines nativen oder Färbepräparates ist eine einfache und effiziente Methode zur schnellen orientierenden Diagnostik von urogenitalen sexuell übertragbaren Erkrankungen. Diese Art der Point-of-care-Testung liefert erste wichtige Informationen bei der Behandlung von Patienten und ist richtungsweisend für die Therapie.
Neben der Vermittlung von Grundlagen, wie der Benutzung eines Lichtmikroskops und der Anlage eines guten Präparates, werden Fähigkeiten zur Mikroskopie vermittelt. Die Beurteilung eines Direktpräparates und von Gram- oder Methylenblau-gefärbten Präparaten wird geschult.
Die wichtigsten Infektionserreger werden vorgestellt und interaktiv die Befundung trainiert.

Dr. Susanne Buder, Berlin

 

Workshop 2  STI-Update

Sexualität ist ein wichtiges menschliches Grundbedürfnis und prägt große Teile unserer Persönlichkeit und des menschlichen Zusammenlebens. Dennoch gelten Krankheiten, die beim Ausleben der Sexualität erworben werden, als stigmatisiert, „unsauber“ oder sündhaft.
Auf der anderen Seite ermöglichen die Digitalisierung und Mobilisierung unseres Alltags mit einer daraus folgenden ständigen Verfügbarkeit sexueller Kontakte, sowie medizinische Erfolge z.B. in Behandlung und Prävention der HIV-Infektion oder von Hepatitiden ein freieres Ausleben von Sexualität sowie einen unbefangeneren Umgang mit möglichen Gefahren. Die Zahlen sexuell übertragbarer Infektionen, wie der Syphilis oder der Gonorrhoe steigen an, resistente Keime, wie Mycoplasma genitalium finden immer weitere Verbreitung und die Zahlen sexuell verursachter HCV-(Re)-Infektionen lassen das Ziel einer Eradikation in weite Ferne rücken.
Diagnostik und Therapie sexuell übertragbarer Infektionen gehören in vielen ärztlichen Fachbereichen noch immer zu „Randerscheinungen“. Das Wissen über leitliniengerechte Diagnostik und Therapie ist oft erschreckend lückenhaft, nicht selten erleben Patienten eine Odyssee, wenn sie sich auf die Suche nach Beratung oder Therapie im Bereich von STI begeben. Eine adäquate Diagnostik wird mit Hinweis auf eine angeblich nicht bestehende Abdeckung durch die gesetzliche Krankenversicherung privat liquidiert, auf der anderen Seite werden Patienten fragwürdige diagnostische Leistungen z.B. im Bereich der HPV oder HSV-Infektion angeboten.
Der Workshop möchte aktuelles Wissen zu Diagnostik und Behandlung sexuell übertragbarer Infektionen vermitteln, Hilfestellung zum kommunikativen Umgang mit diesem vermeintlich heiklen Thema bieten und zur Verbesserung der Patientenversorgung in diesem Bereich, hin zu einem professionellen Umgang mit dem Thema „Sexuelle Gesundheit“ beitragen. Dabei soll das gesamte Spektrum sexuell übertragbarer Infektionen abgedeckt werden.

Dr. med. Heinrich Rasokat, Köln
Dr. med. Sven Schellberg, Berlin


Workshop 3 "Muss mein Partner/meine Partnerin auch was nehmen?" Kommunikation bei STI mit Blick auf Sexualität und Beziehung

STI-Behandlung bedeutet mehr als Diagnostik und Therapie: Man muss ins Gespräch kommen! STI sind immer noch mit Scham und Schuld verknüpft; STI sind ebenso wie Sexualität ein intimes Thema. Nur wer sich angenommen fühlt, kann offen über die eigenen Sorgen sprechen (Infektion nach one-night-stand / Urlaubsflirt/ Sex mit dem Ex), wird bei entsprechender Diagnose die Behandlung akzeptieren, zur Kontrolle kommen und den Partner/ die Partnerin informieren, falls die auch untersucht und behandelt werden müssen. Das gilt für Chlamydien ebenso wie für GO, für Pilz ebenso wie für HIV. Im Workshop geht es um die Selbstreflektion der Fachleute, um Grundlagen für eine angemessene Atmosphäre und um die wirkungsvolle Verknüpfung von Information und Beratung.

Claudia Schumann / Frauenärztin/ Psychotherapie

 

Workshop 4 Praxiskurs Proktologie

Anale Manifestationen von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) werden oft übersehen und nicht untersucht. Es gibt zahlreichen Differentialdiagnosen aus unterschiedlichen Fachgebieten.
Nach einer Einführung zu den verschiedenen proktologischen Untersuchungstechniken, werden die wichtigsten analen Symptome von STI und anderen Analerkrankungen vorgestellt. Die leitliniengerechte Diagnostik und Therapie wird erläutert. Die Diagnostik und Therapie HPV-assoziierte Erkankungen wird besonders vertieft.
Im praktischen Teil besteht können Operationstechniken z.B.  von Hämorrhoiden und Fisteln und Beckenboden live verfolgt werden. Zudem wird in die Technik der hochauflösenden Anoskopie eingeführt.
Abschließend wird das interdisziplinäre diagnostische Vorgehen anhand von Fallbeispielen erklärt und die Therapieoptionen diskutiert.


Programm zum Proktologiekurs:

Freitag 8:30-10:00 Uhr Einführung Dr. Potthoff, Dr. Georgas
-Techniken
-STI im Analbereich Diagnostik und Therapie
-HPV Diagnostik und Therapie

Freitag 12:00-14:30 Uhr Dr. Bolik
-chirurgische OP-Techniken (Praxiskurs Treffpunkt Kapelle)
-ggf. bei zu vielen Anmeldungen parallel im WIR Praxis Hochauflösende Anoskopie

Samstag 11:00-12:30 Uhr
Fallbeispiele
-aus der Chirurgie C. Hilgert, Dr. Bolik
-aus der Dermatologie Dr. Potthoff, Dr. Georgas

Workshop 5 Let's talk about sex - HIV/STI-Prävention und Beratung in der Arztpraxis

Wie rede ich mit meinen Patientinnen und Patienten über Sexualität? Wie berate ich angemessen zu HIV/STI-Risiken und Schutzmöglichkeiten? Nach einer kurzen Einführung zu sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) fokussieren die Referent_innen auf den Aufbau von Gesprächen über Sexualität im Setting einer Arztpraxis. Den Teilnehmenden wird ermöglicht, Erfahrungen aus ihrem beruflichen Alltag einzubringen und passende Kommunikationsstrategien kennenzulernen. Weitere Themen: Umgang mit Grenzen und Tabus, Coming-Out beim Arzt/der Ärztin: Was macht es leicht, was schwer? Bedeutung der eigenen Haltung zu Sexualität und ihr Einfluss auf das Beratungsgeschehen.

Ulrike Sonnenberg-Schwan, München
Steffen Taubert


Workshop 7 Drogen und Chemsex

Drogen werden in den letzten Jahren vermehrt in vielen Lebensbereichen genutzt: in der Freizeit bei bestimmten sozialen Ereignissen (‚Party/Club‘), dort vor allem in Verbindung mit an Körperrhythmen angepasster Musik, zur Entspannung (‚Runterkommen‘, ‚Chillen‘,,Downen‘), zur Steigerung der Leistungsfähigkeit (‚Hirndoping‘) und zur Steigerung der sexuellen Erlebens- und Handlungsfähigkeit (u.a. ‚Slamming‘). Bei letzterem spielt vor allem die Steigerung des sogenannten ‚Wantings‘, also die Stimulierung des dopaminabhängigen Bereitschafts- und Appetenzverhaltens eine große Rolle. Es bildet eine ‚ideale‘ Vorbereitung auf und Kombinationsmöglichkeit mit dem sogenannten ‚Liking‘.
In Verbindung mit Sexualität werden Drogen allerdings nicht nur zur Steigerung der Lusterwartung eingesetzt, sondern dienen außerdem der Schmerz-, Angst-, Scham- und Schuldreduktion und damit der Ermöglichung von sexuellen Praktiken, die ansonsten entweder körperlich schwer zu realisieren sind oder gegen gängige Normen verstoßen. Welche dies im Einzelnen sind, hängt von der Struktur der jeweiligen Person ab. Dabei besteht eine hohe Bereitschaft, zugunsten des Lustgewinns erhebliche kurz- und langfristige Risiken zu akzeptieren.
Hintergrund für diese Phänomene sind neben den individuellen auch gesellschaftliche Faktoren. Viele Menschen, insbesondere MSM, die Drogen im Zusammenhang mit Sexualität einsetzen, sind dabei oft keine typischen Sucht-Patienten (‚Junkies‘) mit einer oral-dependenten Grundstruktur, wie sie aus der klassischen Heroin-Drogenszene bekannt sind, sondern (zumindest anfänglich) häufig gut etablierte und integrierte Mittelklasse-Patienten, allerdings oft mit normativ überangepassten, affektisolierten und anankastischen Erlebens- und Verhaltensmustern. In einigen Fällen führt ein nicht nur punktueller, zunehmend unkontrollierter Drogengebrauch neben somatischen allerdings auch bei ihnen nach und nach zu psychischen und sozialen Gefährdungen.
Im Umgang mit diesen Patienten ist eine neutrale und ausreichend empathische Grundhaltung des Arztes von elementarer Bedeutung. Andernfalls kommt es zu Störungen in der Arzt-Patient-Beziehung, die eine angemessene und erfolgreiche Behandlung verhindern können und das Risiko für die Patienten somit erhöhen.

Alle diese Aspekte sollen im Rahmen des Workshops mit den Teilnehmern unter Berücksichtigung ihrer Erfahrungen erörtert werden.

Stefan Nagel

Workshop 8 Diagnostik und Therapie für Einsteiger

Dieser Kurs soll den Teilnehmern vermitteln, wie in der STI-Medizin durch methodisches Vorgehen eine symptomgeleitete Differentialdiagnostik zur einer symptomgesteuerten kalkulierten Therapie führt. Im Einzelnen werden thematisiert: zielgerichtete Anamnese- und Untersuchungstechniken, Auswahl sinnvoller Laboruntersuchungen und die Techniken der dazu erforderlichen Materialgewinnung, Algorithmen zur Differentialdiagnostik und situationsadaptierte Therapieentscheidungen. Weiterhin behandelt werden das PartnerInnenmanagement und besondere Aspekte bei Angehörigen unterschiedlicher Betroffenengruppen.

Heinrich Rasokat, Köln