Grußwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte,

sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind häufig, verändern das Selbstwertgefühl und betreffen viele Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenswelten und Lebenssituationen. STI umfassen nicht nur die allgemein bekannten Erreger, sondern auch Infektionen, die nicht auf den ersten Blick als sexuell übertragbar angesehen werden, wie z.B. Hepatitis B und C oder Skabies.

Aus diesem Grund verfolgt die Deutsche STI-Gesellschaft seit Jahren einen interdisziplinären und Sektor übergreifenden Ansatz zur Entwicklung neuer Strategien für die Prävention und frühzeitige Diagnostik von STI. Dieser umfassende Ansatz wird in unseren STI-Kongressen gespiegelt.

Der diesjährige Schwerpunkt des Kongresses ist, diesem Ziel folgend:

 

Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von STI

 

Bei nach wie vor etwa 13.000 nicht erkannten HIV-Infektionen in Deutschland wird das von der WHO gesteckte Ziel – 90% aller HIV-Infizierten sollen bis zum Jahr 2020 diagnostiziert sein – immer noch nicht erreicht. Die Diagnose anderer STI trägt erheblich zur Früherkennung der HIV-Infektion bei!

Zudem infizieren sich mit den häufigsten STI gerade junge Menschen, die zudem kaum ärztlich betreut werden. Es ist daher unser Ziel, möglichst viele Fachdisziplinen und gerade auch Hausärzt*innen für die Tabuthemen Sexualität und STI zu sensibilisieren. Darüber sprechen – frühzeitig erkennen, testen und behandeln – dieses Ziel verfolgen wir.

Durch die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei Menschen mit hohem HIV-Infektionsrisiko werden wir neue STI-Diagnostik-Strategien entwickeln und „niedrigschwellig“ anbieten können, die durch die Teilnehmer*innen eines solchen Programms auch selbst durchgeführt werden können. Zum einen die Leistungsfähigkeit solcher Testsysteme und zum anderen die praktische Umsetzung einer Betreuung und Begleitung der PrEP-Nutzer*innen werden derzeit erprobt und zwei weitere Schwerpunkte des Kongresses sein.

Dass alle Themen – multiprofessionell und Sektor übergreifend – diskutiert werden, ist nicht nur gute Tradition, sondern unerlässlich. Wir freuen uns auf Teilnehmer*innen aus allen Fachgebieten der Medizin, der Sozialwissenschaften, des öffentlichen Gesundheitsdienstes und anderen Berufsgruppen, die spezialisiert auf sexuelle Gesundheits- und STI-Themen sind.

Der Kongress findet 2018 in Bochum statt, einer Stadt, in der ein innovatives und zukunftsweisendes Konzept zur Förderung der sexuellen Gesundheit umgesetzt wird, das Walk In Ruhr (WIR) – Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin.

Abstracts sind wie immer sehr willkommen, gerade auch von jungen Wissenschaftler*innen, die wir für die Forschung an STI gewinnen und besonders motivieren möchten, am Kongress aktiv teilzunehmen. Unser Ziel: junge Menschen für dieses nicht nur gesellschaftlich spannende Thema zu begeistern.

 

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Diskussionsbeiträge.

 

Thomas Meyer                                                 Petra Spornraft-Ragaller
Kongresspräsident                                          Kongresspräsidentin

 

Norbert H. Brockmeyer
Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)